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Gefährlicher Trend: Sonnenbrand-Tattoos erhöhen Hautkrebsrisiko
In sozialen Medien verbreitet sich erneut ein Trend, der Fachleute alarmiert: sogenannte Sonnenbrand-Tattoos. Dabei setzen sich vor allem junge Menschen bewusst starker UV-Strahlung aus, um mithilfe von Schablonen Muster auf der Haut entstehen zu lassen. Die Deutsche Krebshilfe warnt eindringlich davor, denn hinter dem vermeintlich kreativen Effekt steckt eine gezielte Schädigung der Haut. Für die Tattoos werden Schablonen oder Klebestreifen auf die Haut geklebt, bevor man sich über längere Zeit ungeschützt in die Sonne legt. Nach dem Sonnenbad erscheinen auf der geröteten Haut helle Muster. Was harmlos wirkt, ist medizinisch gesehen ein bewusst herbeigeführter Sonnenbrand.
Viele verbinden gebräunte Haut noch immer mit Gesundheit oder Attraktivität. Tatsächlich ist Bräune jedoch ein Warnsignal: Die Haut reagiert bereits auf UV-Schäden und bildet Melanin, um das Erbgut der Zellen zu schützen. Es handelt sich also um einen Schutzmechanismus und nicht um ein Zeichen von Gesundheit. Sonnenbrand-Tattoos sind besonders riskant, weil die Haut gezielt intensiver UV-Strahlung ausgesetzt wird. Dabei entstehen direkte Schäden an der DNA der Hautzellen. Wiederholte Sonnenbrände, vor allem in jungen Jahren, erhöhen das Hautkrebsrisiko deutlich – teilweise um das Zwei- bis Dreifache.
Die Zahlen sind alarmierend: 2022 erkrankten in Europa rund 146.000 Menschen an Hautkrebs. Bis 2040 könnte die Zahl laut Prognosen auf etwa 167.000 steigen. Zu den Risikogruppen zählen Personen, die schnell einen Sonnenbrand bekommen, etwa bei sehr heller Haut, Sommersprossen, vielen Leberflecken sowie blondem oder rötlichem Haar. Auch eine familiäre Vorbelastung erhöht die Gefahr. Für sie kann bereits kurze ungeschützte Sonnenexposition schädlich sein.
Die Weltgesundheitsorganisation stuft sowohl natürliche als auch künstliche UV-Strahlung als eindeutig krebserregend ein, vergleichbar mit Tabak oder Asbest. Umso wichtiger ist konsequenter Sonnenschutz statt riskanter Trends aus sozialen Medien.
C.L. Adebamovo et al.
Global Cancer Prevention: Current Approaches and Future Directions
Am Soc Clin Oncol Educ Book
5/2026
